POSTOPERATIVER SCHMERZ – EINE GROSSE BELASTUNG


Schmerzen, die als Folge eines chirurgischen Eingriffs auftreten, müssen schnell und angemessen behandelt werden. Viele Patienten berichten trotz postoperativer Analgesie über Schmerzen. Das mindert nicht nur die Lebensqualität und die Patientenzufriedenheit, sondern wirkt sich auch negativ auf den Genesungsprozess aus. Aus postoperativen Schmerzen, die nicht adäquat therapiert werden, kann sich zudem ein chronisches Schmerzsyndrom entwickeln.1

Postoperative Schmerzen sind für den Patienten belastend, eine adäquate Schmerztherapie im perioperativen und posttraumatischen Umfeld ist für eine rasche Genesung erforderlich und reduziert das Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko.1 Überdies kann akuter Schmerz, der nicht angemessen behandelt wird, chronisch werden, so dass die Warn- und Schutzfunktion des Schmerzes und der zeitliche Zusammenhang mit der Heilungsphase verloren gehen.1 In einer prospektiven Studie wurden 911 Patienten über Ihre postoperativen Beschwerden befragt. 522 Patienten gaben die Schmerzintensität mit einem NRS (Numeric Rating Scale) Wert von ≥3 an. Auf der NRS wird die erlebte Schmerzintensität von 0-10 angegeben, wobei 10 den maximal vorstellbaren Schmerz definiert. Bei 214 der 522 Patienten (41%) war der Schmerz im Mittel nach 29 Monaten chronisch (NRS≥3).2 In einem Übersichtsartikel aus dem Jahr 2000 wird die Inzidenz von starkem chronischem Schmerz, der nach einer Operation geblieben ist, mit 5-10% angegeben.3 Um das häufige Auftreten chronischer Schmerzen zu vermeiden, ist ein postoperatives Schmerzmanagement besonders wichtig.

 

Referenzen:
1 Freys & Mohr, Allgemein- und Viszeralmedizin up2date 1 2014: 59-79; doi: http://dx.doi.org/10.1055/s-0033-1346917
2 Simanski et al., Pain Medicine 2014; 15:1222-1229
3 Perkins et al., Anesthesiology 2000; 93: 1123-33