Postzoster-Neuralgie – chronischer neuropathischer Schmerz


Bei jeder 5. Gürtelrose führt die Entzündung des Nervs zu einer erheblichen und dauerhaften Nervenschädigung – insbesondere bei unzureichender Behandlung der akuten Phase und bei älteren und/oder immunsupprimierten Patienten. Die Nervenschädigungen führen zu komplexen Umbauprozessen im Nervensystem und in deren Folge zur Postzoster-Neuralgie mit sehr starken chronisch-neuropathischen Schmerzen, die nach Abheilung der akuten Gürtelrose auftreten und zwischen einem Monat und vielen Jahren anhalten können.


Die Schmerzqualität ist typisch für Neuropathien:
 

  • Dauerhafter brennender oder bohrender Schmerz,
     
  • Kurze, heftige einschießende Schmerzattacken,
     
  • Allodynie (Schmerzempfinden bei einem normalerweise nicht schmerzhaften Reiz) und
     
  • Hyperalgesie (übermäßiges Schmerzempfinden), ggf. begleitet von einem quälenden Juckreiz.
     

Epidemiologie

Zum Zeitpunkt der Abheilung der Hautveränderungen klagen noch etwa 12% bis 20% der Patienten über Schmerzen, einen Monat später 9% bis 15% und nach einem Jahr immerhin noch 2% bis 5% der Patienten. Die Post-Zoster-Neuralgie ist in ihrem Auftreten und der Dauer vom Alter der Patienten abhängig. Bei Patienten, die älter als 60 Jahre sind, ist rund jeder Zweite betroffen.1

 

Medikamentöse Schmerztherapie

Mittel der Wahl sind Nichtopioid-Analgetika (z.B. Paracetamol oder Metamizol), Opioide und Co-Analgetika (Antikonvulsiva und Antidepressiva). Lokale Therapien wie Lidocainpflaster und Capsaicin sind bei gut lokalisierbaren neuropathischen Schmerzen einsetzbar.

 

Referenz:
1 Blunk JA, Therapie und Prävention der Postzosterneuralgie. DNP – Der Neurologe & Psychiater 2015; 16 (1)