Mechanismen-orientierte Therapie


Es kann sehr schwierig sein, die optimale Analgesie bei Patienten mit starken chronischen Schmerzen zu erreichen, insbesondere dann, wenn eine neuropathische Komponente nicht ausgeschlossen werden kann.

 

Die drei Hauptgründe hierfür sind:
 

  • Mangelnde Wirksamkeit
    Besonders bei neuropathischen Schmerzen kann die Wirkung von Schmerzmitteln, z. B. von Opioiden, durch die dem Schmerz zugrunde liegenden Mechanismen eingeschränkt sein. Eine wirksame Behandlung neuropathischer Schmerzen oder Schmerzen mit neuropathischer Komponente erfordert in der Regel eine Kombinationstherapie. Der Einsatz von Präparaten, die sowohl bei nozizeptiven als auch bei neuropathischen Schmerzen stark wirksam sind, bietet eine neue Therapiemöglichkeit chronischer Schmerzen.
     
  • Toleranzentwicklung
    Mit der Zeit können Opioide bei gleichbleibender Dosis ihre analgetische Wirkung verlieren. Als erste Reaktion erfolgt in den meisten Fällen eine Dosiserhöhung. Falls damit die gewünschte Wirkung ausbleibt, kommt es im zweiten Schritt zur Opioid-Rotation. Mit einer Dosiserhöhung steigt jedoch das Potenzial eines jeden Medikaments, Nebenwirkungen zu verursachen. Mit der Entwicklung moderner Schmerztherapeutika wird versucht, dieser Problematik entgegenzuwirken. Der Einsatz neuer Therapieoptionen, wie z. B. nasale Opioide oder eines Präparates der Wirkstoffklasse MOR-NRI können hier sinnvoll sein.
     
  • Gleichgewicht: Schmerzlinderung und Verträglichkeit
    Häufig treten unter starken Opioiden viele opioid-typische Nebenwirkungen auf. Diese schränken die erreichbare analgetische Dosierung ein, was eine unzureichende Schmerzbehandlung zur Folge hat. Die Herausforderung hierbei ist ein Präparat einzusetzen, welches neben der starken Analgesie gleichzeitig auch gut verträglich ist.

 

Für eine den individuellen Patienten-Bedürfnissen angepasste Behandlung chronischer Schmerzen ist ein fundiertes Wissen über die zugrunde liegenden Schmerzmechanismen von großer Bedeutung. Denn: Chronische Schmerzen sollten nach dem zugrunde liegenden Mechanismus behandelt werden, nicht nur auf Basis der Schmerzintensität.